Als der Neubau von Familie XXX aus Kaltenkirchen einzustürzen droht, geht sie gerichtlich gegen den Architekten vor. Er ist verantwortlich für die Bauaufsicht und soll grobe Mängel am Eigenheim übersehen haben. Doch das Gerichtsverfahren zieht sich in die Länge. Nach vier Jahren ist Familie XXX psychisch und finanziell am Ende. Zu den Kreditraten fürs Haus kommen hohe Kosten für eine Übergangswohnung und für Anwälte.

Verfahrensdauer in Norddeutschland

Bis zu acht Jahre können Baurechtsverfahren dauern, sagt Kay Poulsen vom Verband Privater Bauherren. Nach Recherchen von Markt und NDR Info beträgt an norddeutschen Oberlandesgerichten die durchschnittliche Dauer von Zivilprozessverfahren von der ersten Instanz bis zum Urteil bis zu 3,5 Jahre. In den Zahlen enthalten sind nicht nur Baurechtsverfahren, sondern alle Zivilrechtsprozesse mit einem sogenannten streitigen Urteil. Das heißt: Beide Parteien haben sich entweder mündlich oder schriftlich geäußert. In Niedersachsen gibt es separate Zahlen für die Oberlandesgerichtsbezirke Braunschweig, Celle und Oldenburg.